Dies und das aus 2025

Viel Meer in diesem Jahr. Welch ein Glück.

Auf der Rheinfähre über die Politik im Land gegrübelt.

Viel gehäkelt. Und aufgeribbelt. Und gehäkelt.

Gelernt, geübt. Sehr froh um ein zwei drei Menschen neu im Geflecht.

Über lesende Frauen und nen ungewöhnlichen Mann nachgedacht.

Im Museum gewesen.
Und in einem Ruheforst.

Natürlich auch durchs Jahr geschaukelt.
Die letzten Wurzeln ausgegraben,
die gute alte Lyrikliebe ebenfalls.

Freischwimmzeit genossen.
Freundinnenzeit auch. So sehr.

Mit nem Bleistift die Flugsicherheit verwirrt.
Keine Wale gesehen und genau dort sehr glücklich gewesen.

FanGirlZeit gefeiert.

Wieder öfters mit Bus und Bahn übern Rhein gefahren.
Neue Töne fabriziert.

Am Meer dem neuen Jahr Herz und Sinn geöffnet.

Selah.

Notizen im fünften Trauerjahr

Bei der Beerdigung seines Schwagers in der hinteren Reihe stehen und mit einer seiner Enkelinnen um den Alten Oecher und den durch die Pandemie verkorksten Abschied weinen. 

Froh, bei dieser Gelegenheit eins seiner Stofftaschentücher weitergeben können. 

Eine Beerdigung erleben, wie ich sie mir wünschen würde. 

Und von ihr fliehen müssen, weil sie auch ohne Corona für den Alten Oecher nicht denkbar gewesen wäre. Und das sehr schmerzt.

Traurigkeit darüber, dass wir des Alten Oechers Sterben aber ohne Corona hätten begleiten können. Ach, was hätte ich darum gegeben, ihn nochmal zu sehen und seine Hand zu halten!

Und zugleich bleibt der Gedanke tröstlich, dass er gut und gerne alleine unterwegs war, auch tagelang. zu Fuß, auf dem Rad, beim Schreiben. 

Gedankensplitter

– zum gleichbleibenden Alter der Verstorbenen, irgendwie. Ich denk den Alten Oecher nicht fünf Jahre älter, wenn ich an ihn denke. 

– zum relativen Alter im alltäglichen Leben sowieso. Wer was in welchem Lebensalter noch vermag und wer nicht. 

– zur bleibenden Zustimmung, wenn wer seufzend sagt „Ich werd alt.“ „Ja. Bitte. Möge es so sein.“ sage ich. Und hoffs für den Mensch gegenüber. Und für mich.

– zur Vermessenheit dieser Hoffnung. Denn wenn ich die Sache mit dem guten Leben nicht jetzt immer wieder übe, was nutzt mir dann das lange Leben. 

Ich versuchs dann mal so:

„Ob ich alt werde? Wer weiß. Ich will es nicht wissen. Mein Leben ist jetzt. Und zuweilen ist es sogar merkwürdigerweise schön.“

nicht nicht

Der Bus hält am Bahnhof. Die Frau mit zwei Kindern, von denen das ältere womöglich Grundschulkind ist, steht auf, will aussteigen. Das ältere Kind drückt den Türöffner, der aber nicht oder nur ganz kurz geleuchtet hat. Die Tür öffnet sich jedenfalls nicht. Der Bus macht die typischen IchFahrJetztWiederLos-Bewegungen und -Geräusche, steht aber noch. Die Frau realisiert dies nicht, sondern drückt den Türöffner.

Diese Szene findet weit hinten in einem Gelenkbus statt. Etliche Personen stehen im Mittelgang. Der Mensch am Lenkrad hat keine Chance mitzubekommen, was an der vorletzten Tür passiert.

Im direkten Umfeld sitzen oder stehen acht Menschen mit dem Gesicht zur Situation. Niemand reagiert. Weil halt niemand reagiert? Auch die Frau und die Kinder werden nicht laut oder hektisch. Niemand reagiert. Warum soll eine Person von acht zuständig sein, wenn sieben sich auch nicht rühren?

Eine Person verlässt jetzt doch den Beobachtungsposten. „Stop! Da muss noch wer aussteigen.“ Sechs Worte, nach vorne gesprochen, reichen. Der Bus macht die üblichen IchöffnedieTür-Bewegungen und -Geräusche, die Frau drückt den Türöffner und steigt mit den Kindern aus. Auch danach: niemand von den sieben Personen reagiert sicht- oder hörbar auf die Lösung der Situation.

Und die eine wundert sich genaugenommen immer noch, dass sie nicht nicht reagiert hat. Es wäre so leicht, fast normal gewesen.

Neu

Seit ich bei manchen Gesprächen wieder eine Kerze anzünde, gewöhn ich mir an, im Anschluss noch bei dieser Begegnung zu bleiben, bis der Wachs nicht mehr flüssig ist.

Viel näher

Die Freude, den Garten nach dem Urlaub wiederzusehen, ist anders nach den vielen dort gearbeiteten Stunden im vergangenen Jahr. Wir stehen uns viel näher.

Notiz

Wenn eine Strecke als einsamste und sehr schwierige beschrieben wird, ist damit womöglich über die Anschlussstrecke nicht nur nichts Gutes gesagt.

Rückreise

Es sind noch ein paar Tage unterwegs. Und sie sind vor allem Reisetage. Fahrtage auf dem angeblich einsamsten Highway der Welt. Stundenlang kein anderes Fahrzeug. Von Sonnenauf- bis kurz vor -Untergang unterwegs, mal schlafend, mal fahrend, mal redend, mal lachend, oft schweigend, mal mit Musik, mal ohne. Schleusenzeit irgendwie zwischen den vielen Eindrücken der letzten Wochen und dem Flug nach Hause.

Im Frühstücksraum

Das Paar im Frühstücksraum, Mitte/Ende 60, einander gegenüber sitzend. Vor beiden ein Tablet auf dem Tisch, die Teller schon weg, die Kaffeetassen noch da. Da war Ruhe und bei sich sein und Nähe. Ein definierter Raum.

Das Bild begleitet mich. Könnte ich es doch zeichnen oder sticken.

Dort & Hier

Dort: eine gelungene Sonnenblumenlieferung zum Siebenundachzigsten.

Hier: viel Regen, keine Sicht auf den Erdmantel, dafür Einsichten in die Erdgeschichte. Und ein Elch! Und ein quicklebendiger Nerz.